Gesundheit - Artikel
Geld erhält gesund
Die ärztliche Grundversorgung ist kostenlos, aber umsonst. Das brasilianische Gesundheitssystem wurde zwar von Präsident Lula selbst als "fast perfekt" beschreiben, dies geht allerdings mehr als nur an der Wirklichkeit vorbei. Die öffentlichen Krankenhäuser sind notorisch knapp bei Kasse und überfüllt. Eine private Krankenversicherung ist für normale brasilianische Gehälter teuer. Sie können sich auf lange Wartezeiten einrichten, die Behandlung fällt durch die Knappheit an Personal und Material oft nicht fachgerecht statt.
Krankenhäuser
Widerstehen Sie der Versuchung, ein öffentliches Krankenhaus aufzusuchen. Für Notfälle wie Schußverletzungen oder schwere Unfälle mag es durch intensives Training vielleicht gute Ärzte geben. Mit geringeren Wehwechen sollten Sie sich aber nach der stundenlangen Wartezeit nicht auf den Rat des Arztes verlassen.
Die privaten Kliniken, wie zum Beispiel das Copa'Dor in Copacabana, sind sehr gut ausgestattet. Im Vergleich zu deutschen Kliniken ist die Behandlung oft nur einen Bruchteil so teuer und von vergleichbarer Qualität. Englischsprachige Ärzte sind aber auch hier eher selten.
Typische Reisekrankheiten
Die allgegenwärtige Bakterienvielfalt macht sich bei einem Magen, der das Fleisch und andere Lebensmittel aus sterilen Plastikpackungen serviert bekommt, natürlich bemerkbar. Die normalen Verhaltensregeln:
- kein Leitungswasser trinken
- kein ungewaschenes ungeschältes Obst verzehren
- Fleisch nur durchgebraten essen
machen sich zwar auf dem Papier sehr gut, lassen sich aber in der Praxis schwer einhalten. Die allgegenwärtigen Saftbars beispielsweise servieren die Getränke mit gestoßenem Eis, das nicht selten aus Leitungswasser besteht. Picanha wird erst nicht durchgegrillt zum Genuß (das Fleisch ist aber generell von hoher Qualität, also keine Angst). Sehr wahrscheinlich werden Sie ein oder zwei Tage ein Problem mit der Umstellung haben, aber ein mildes Mittel gegen Durchfall ist hoffentlich in Ihrer Reiseapotheke.
Am Strand sollten Sie ihren gesunden Menschenverstand einschalten: Shrimps, die stundenlang durch die Sonne getragen werden, können einfach nicht gut sein.
Klimaanlagen
Hotels, alle Touristik-Reisebusse und ein Teil der normalen Busse haben Klimaanlagen. Eine gute Idee angesichts von mehr als 40 Grad Außentemperatur im Sommer, allerdings ist wirklich Vorsicht angeraten. Die Temperatur scheint meist auf das Minimum geregelt zu sein, und das ist sehr sehr kalt - auch für deutsche Verhältnisse. Wenn Sie sich keine Erkältung holen wollen, sorgen Sie dafür, das zumindest im Reisebus auf eine vernünftige Temperatur geregelt wird.
Medikamente und Impfungen
Zu diesem Thema gibt es unter Reisevorbereitung einige klärende Worte, hier die Kurzfassung: alle Medikamente für kleine Wehwehchen sind hier kostengünstig und rund um die Uhr erhältlich, einige Impfungen sehr empfehlenswert. Apotheken gibt fast überall innerhalb ein oder zwei Straßenblock Fußweg.
Links
- Institut für Tropenmedizin Berlin
Im Impfzentrum und der Reisemedizinische Beratungsstelle werden Beratungen zu medizinischen Fragen vor der Reise inklusive aktueller Empfehlungen zur Malariaprophylaxe und Impfungen durchgeführt. Einen automatischen Ansagedienst für Reisen nach Afrika, Asien und Südamerika erreichen Sie unter der Tel.-Nr. 030-30116-6
