Mietwagen
Einen Mietwagen in Rio zunehmen lohnt sich nur in absoluten Ausnahmefällen. Ein Taxi ist einfacher und billiger. Die Straßenführung ist für Ortsunkundige meist verwirrend. Die Mehrheit der Straßen sind Einbahnstraßen, der Verkehr ist dicht und besonders bei Regen können Sie mit sehr langen Wartezeiten im Stau rechnen. Vor allem bei Nacht sollte man es vermeiden, sich zu verfahren.
Der einzige lohnende Grund, sich ein Auto zu mieten ist, die Strände etwas außerhalb von Rio zu erkunden oder einen Surfurlaub in Rio verbringen. Der Westen von Barra da Tijuca ist mit dem Bus bereits nicht mehr angenehm erreichbar.
Eine große Anzahl von Autovermietern finden Sie in der Avenida Princesa Isabel, die Copacabana und Leme in etwa voneinander trennt. Alle Busse, die über "Rio Sul" (ein Shoppingcenter) fahren, kommen hier zwangsläufig vorbei. Achten Sie auf ihren Versicherungsschutz, lassen Sie sich noch zu Hause beraten.
Sie benötigen einen internationalen Führerschein mit einer gesonderten portugiesischen Übersetzung. Die Autovermietung wird Ihnen den Wagen auch mit nationalem Führerschein vermieten. Bei einer Polizeikontrolle ist ein deutscher/Euroführerschein kein unlösbares Problem. Wenn Sie angehalten werden, findet sich meist sowieso ein Grund dafür, daß Sie eine kleine Strafgebühr auf eine "unbürokratische Art" bezahlen. Auf die Wache will Sie keiner gerne mitnehmen, auch wenn es angedroht wird.
Parkplätze
Auf allen Straßen finden Sie mehr oder weniger vertrauenserweckende Gestalten mit grauen Westen, auf denen "Estacione" steht. Diese weisen Ihnen einen Parkplatz zu - Parken ist fast nirgendwo kostenlos. Normalerweise könnten Sie Parkscheine für 2 Real (2006) von der CET-Rio im Voraus kaufen und auch der Parkgehilfe sollte Ihnen einen dieser Parkscheine ausstellen. Leider ist die Parkgebühr meist Verhandlungssache. Meist wird einfach behauptet, die Parkscheine wären alle, und das Geld privat abgerechnet. Ab 19:00 ist das Parken offiziell kostenlos, natürlich stört das keinen und es wird weiter kassiert.
Bei Nacht
Nachts sollten Sie sich nicht mit dem Mietwagen in der Zona Norte/Oeste aufhalten. Wenn sich selbst viele Cariocas weigern, zu dieser Zeit überhaupt dorthin zu fahren, haben Sie dort nicht viel verloren. Die Avenida Niemeyer zwischen São Conrado und Leblon ist ebenfalls gefährlich (wie auch die Tunnel in Gegenrichtung), da sie direkt an der Favela Vidigal vobeiführt und Sie nicht weiter als bis zur nächsten Kurve sehen können.
Licht ist "optional", wundern Sie sich nicht, wenn eine große Anzahl von Autos mit Standlicht oder gar ganz ohne unterwegs sind. Rote Ampeln können nach Einbruch der Dunkelheit überfahren werden. Dabei sollten Sie natürlich auf den kreuzenden Verkehr achten und kurz langsamer werden und eventuell hupen, wenn Sie die Kreuzung nicht einsehen können. Ein Stopp an Ampeln kann gefährlich sein. Viele Cariocas fahren jetzt auch gerne mit der Bierflasche in Griffweite, also Vorsicht. Halten Sie bei Nacht nicht an, egal für wen und aus welchem Grund. Leisten Sie keine Pannenhilfe.
Polizei
Selbst mit vollständigen Papieren gilt: wenn Sie angehalten werden, müssen Sie im Normalfall leider bezahlen. Eine der ersten Fragen, die ihnen gestellt wird ist, was sie in Rio machen. Botschaftsangestellte und andere Personen, die dem Kontrollierenden durch gute Beziehungen Ärger machen könnten, haben hierbei Glück und werden fahren gelassen. Bei Touristen findet sich immer eine Vorschrift, die nicht beachtet wurde. Für ein kleines Trinkgeld von 10 oder 20 Real wird unbürokratisch darüber hinweggesehen.
