Carnaval
Wenn es eine Sache gibt, die jeder mit Rio in Verbindung bringt, dann ist dies der Karneval. Während der zwei Wochen des Carnavals kommt das Arbeitsleben zum vollen Halt. In der ganzen Stadt finden Umzüge (Blocos), Bälle und Parties statt - das aktuelle Program wird in jeder Zeitung abgedruckt. Wichtige Verträge werden garantiert nicht abgeschlossen, Deadlines sind das Papier nicht wert, manchmal verschwinden Mitarbeiter für einige Tage ohne Vorwarnung und trinken sich von Feier zu Feier - alles Unmögliche ist möglich. Nehmen Sie sich also nichts vor und feiern Sie lieber!
Hauptattraktion ist natürlich die Parade der Grupo Especial am Karnevalssonntag und Karnevalsmontag im Sambódromo. Das Sambódromo ist eine 700 Meter lange Arena, die im Zentrum von Rio speziell für die Karnevalsparaden der wichtigsten Sambaschulen errichtet wurde. Der Abend fängt kurz nach 20 Uhr mit der ersten Sambaschule an, und dauert bis weit in den Morgen des nächsten Tages. Eine gewisse "Feierfestigkeit" ist also gefragt, die Stimmung ist auch Morgens um 7 Uhr noch bestens.
Die Eintrittskarten sind zu regulären Preisen innerhalb kürzester Zeit vergriffen, der Vorverkauf beginnt im Januar. Hotels und andere Anbieter bieten gegen (sehr großen) Aufschlag allerdings fast alles an - von eigenen Logen bis zum Stehplatz. Ein Preisvergleich ist sehr empfehlenswert. Die Preise reichen von 10 Real in den billigsten Plätzen mit schlechter Sicht bis zu mehreren tausend Real für eine abgeteilte Loge (Frisa) direkt am Geschehen, die für größere Gruppen geeignet ist.
Das Sambódromo hat einen speziellen Touristenblock, allerdings ist im Sambódromo selbst höchstens mit Taschendieben zu rechnen. Die Anreise gestaltet sich jedoch etwas komplizierter - je nach Seite, auf der sich der jeweilige Eingang befindet. Es ist zwar belebt und viel Polizei zeigt Präsenz, aber die Gegend um das Sambódromo ist problematisch. Passen Sie auf ihre Kamera auf und fotografieren Sie erst nach der Eingangskontrolle. Achten Sie darauf, daß das Taxi Sie zum korrekten Eingang ihres Abschnittes fährt!
Eintrittskarten können Sie auch vor Ort kaufen, falls Sie anderweitig keine mehr bekommen haben. Die vollständigen Eintrittsunterlagen bestehen aus zwei Teilen: einer Karte mit Magnetstreifen, mit der Sie ins Sambódromo selbst eingelassen werden, und einer Karte zum Umhängen mit Platznummer. Sie benötigen auf jeden Fall beides! Zusätzlich sollten Sie genau auf Datum und Platz achten. Die verschiedenen Sitzbereiche können Sie sich in jedem Hotel anhand einer Karte erklären lassen. Es gibt übrigens die Möglichkeit, selbst bei der Parade im Sambódromo mitzumachen! Sie müssen dann ein Kostüm der Sambaschule ihrer Wahl kaufen (am besten auf einen ensaio técnico gehen und sich dort informieren), und rechtzeitig am Treffpunkt sein. Eintrittskarten sind hier allerdings nicht inklusive.
Bringen Sie mindestens einen Satz Ersatzakkus für den Fotoapparat mit. Viele Digitalkameras haben Probleme in mit den Lichtbedingungen im Sambódromo. Die Fotos sind verwackelt und unscharf. Probieren Sie die verschiedenen Einstellungen im Dämmerlicht schon vorher aus, um die für ihre Kamera optimalen Einstellungen zu finden. Eine große Speicherkarte ist auch angebracht - die Bilder sind so farbenreich und voller Details (oder auch so verschwommen), daß sich die Durchschittsgröße der Bilder fast verdoppelt.
Auf den Straßenumzügen (blocos genannt) sollten Sie extrem auf Wertsachen Acht geben. Lassen Sie möglichst alles - bis auf genug Geld für Bier und Essen - zu Hause. In den Monaten vor dem Carnaval finden in den Sambaschulen regelmäßig Proben/Feiern (ensaios técnicos) statt, auf denen das Motto vorgestellt, die Fans und Mitglieder eingestimmt, natürlich Samba getanzt, gefeiert und getrunken wird. Die bekanntesten Sambaschulen sind Salgueiro und Mangueira - hier ist ein großer Touristenanteil zu erwarten. Falls Sie vor dem eigentlichen Carnaval anreisen, nutzen Sie die Möglichkeit, eine dieser Feiern zu besuchen. Ebenfalls besucht werden können die ensaios técnicos im Sambódromo. Die Sambaschulen proben den Ablauf und die Choreographie der Parade minutiös, allerdings natürlich ohne die - noch geheimen - Extras und Kostüme. Der Eintritt ist hier kostenlos. Einen genauen Zeitplan findet man in allen Zeitungen und im Internet, einfach nach "ensaios técnicos sambódromo" suchen.
