Sicherheit
Rio ist ein heißes Pflaster. Obwohl die Anzahl der Gewalttaten hoch ist (selbst wenn die meisten gar nicht erst gemeldet werden), haben Sie als Tourist jedoch nicht mehr als den Verlust von mitgeführten Wertsachen zu befürchten. In alltägliche Schießereien zwischen Polizei und Kriminellen geraten Sie nicht einfach zufällig. Wer die ungeschriebenen Regeln kennt und auf seine Umgebung achtet, wird sich auch nicht über geklaute Digitalkameras ärgern müssen.
Überfälle sind Alltag. Sie werden kaum einen Carioca treffen der nicht selbst schon ausgeraubt wurde, oder zumindestens jemanden kennt, der überfallen wurde. Meist spontan, haben sie mitunter surreale Züge. Hier wird schon mal verhandelt, ob der Rucksack oder das Handy nicht doch behalten werden darf. Schließlich hat man morgen Prüfung - wie soll man ohne Bücher lernen? Oder man ist gerade unterwegs um Essen zu kaufen, sodaß man doch gerne zumindest 10 Real behalten würde. Die überwiegende Mehrheit der Überfälle lässt sich schon durch wenige Verhaltensweisen ganz vermeiden.
Generelle Verhaltenstipps
- Am Flughafen ein Radiotaxi nehmen (Festpreise für alle Ziele und ca. 30% teurer, als eine korrekte Normaltaxifahrt), wenn Sie das erste Mal in Rio sind. Sonst machen Sie ihre erste Stadtrundfahrt schneller, als Ihnen vielleicht lieb ist.
- Immer 10 bis 20 Real griffbereit in der Hosentasche haben.
- Brieftasche zu Hause lassen. Verteilen Sie das Geld am Körper. Reservieren Sie eine Hosentasche mit Kleingeld für Bus und Saftbar, das kann gerne die "Arschtasche" sein.
- Wenn Sie überfallen werden, versuchen Sie ruhig zu bleiben. Geben Sie alle verlangten Gegenstände unverzüglich dem Überfallenden.
- Keine wichtigen Dokumente im Original mitführen. Immer einen Ausweis (Studentenausweis) oder Kopie mitführen, die zeigen, daß sie Ausländer sind.
- Einkaufstüten sind unauffälliger als Rucksäcke. Selbst Geschäftsleute im Anzug sind nicht mit Aktentasche, sondern Lojas Americanas Tüte unterwegs.
- Verlassene Straßen, Tunnel und Unterführungen meiden. Sie sind nicht so verlassen, wie man vielleicht glaubt.
- Die Zona Norte ist Nachts gefährlich. Die Frage ist dort nicht ob Sie Probleme bekommen, sondern nach wie vielen Minuten.
- Im Bus im Vorderteil und an den Gang setzen, damit Sie im Zweifel den Platz wechseln können. Während man in Deutschland eher seine Ruhe und einen Platz weiter weg von anderen Personen sucht, werden Sie hier bemerken, daß man sich neben vertrauenserweckende Personen setzt. Ebenfalls üblich: Umsetzen während der Fahrt, wenn ein besserer Platz frei wird.
- Die Polizei ist schlecht bezahlt, im Regelfall korrupt und nicht Ihr "Freund und Helfer". Polizeipräsenz bedeutet nicht Schutz vor Diebstahl. Bei Diebstahl und Überfall gehen Sie zur Tourist Police in Leblon, um alle Papiere für die Versicherung zu erhalten.
- Busfahren in der Zona Sul ist auch Nachts normalerweise problemlos.
- Nachts mit dem Taxi an und abreisen, falls Sie die Gegend und den Club nicht kennen und einschätzen können
- Versuchen Sie Taxis direkt vor Help/Scala/Corcovado/Zuckerhut/Flughafen zu meiden.
- Touristenviertel wie Copacabana und Lapa sind Revier von Taschendieben und Straßenkindern.
- Centro während des Wochenendes meiden. Die Geschäfte sind geschlossen und die Straßen menschenleer.
Sie sind ein Ziel für Überfälle und Diebstähle, weil es relativ risikolos ist, Sie auszurauben. Die Polizei wird nichts aufklären, und Sie sind in ein oder zwei Wochen wieder einige tausend Kilometer weit weg. Sollte der Dieb zufällig jemanden erwischen, der gute Kontakte hat oder nur zufällig nahe der eigenen Adresse wohnt, können ernste Konsequenzen folgen. Großkriminelle mögen es nicht, wenn die Polizei in ihrem Revier allzu präsent ist. Die unvermittelte Frage eines zwielichtigen Unbekannten, woher Sie denn kommen, bedeutet daher nichts Gutes.
Taschendiebe sind kein sehr großes Problem, wenn man Vorsicht walten lässt. Typische Situationen sind aus-der-Hand-reißen von Digitalkameras am Strand und der Griff in die Tasche in einer Menschenmenge. Deshalb vor dem Fotografieren kurz Umschauen. Sie suchen vor allem nach 12-25 jährigen meist schwarzen Jugendlichen, oft in kleinen Gruppen. Die Kombination Surfshorts-Badelatschen-Pulli-Wollmütze ist generell ein schlechtes Zeichen. Die Ausführung des Diebstahls ist meist stümperhaft. Hier wird Ihnen keiner die Armbanduhr abnehmen, ohne das Sie es merken. Vor allem in Lapa und auf Karneval-Blocos Acht geben und das Handy lieber zu Hause lassen.
Der übliche Weg zu Ihrem Geld ist viel einfacher. Waffen sind überall zu haben und nicht unwahrscheinlich besitzt ihr Räuber eine. Geben Sie einen 10 Real Schein, falls der Räuber in extremer Eile agiert. Sonst händigen Sie alles aus. Sie werden unter Umständen ausführlich durchsucht.
