Padarias, Lanchonettes, Juice Bars, Stände
Auch ohne Restaurants müssen Sie nicht Hunger leiden. Für einen ausgiebiges Frühstück oder einen kleinen Snack haben Sie an fast jeder Straßenecke Gelegenheit. Nachts sind Sie meist nicht weit von Hotdog- und Getränkeständen entfernt.
Ein kleiner Mikrokosmos
Nähert man sich das erste Mal, so scheint Chaos zu herrschen: eine lange Theke voll mit Menschen, eine Kasse, die manchmal auch ein wenig versteckt ist, ein reges Unterhalten, Kommen und Gehen. Je nach Lanchonette und Andrang können Sie zuerst an die Kasse gehen, ihre Auswahl bezahlen und mit dem Bon zu einer/einem der hinter dem Tresen Arbeitenden gehen - oder Sie stellen sich einfach an den Tresen und bestellen dort. Bei der Auswahl macht sich die ersten Male ein Minitaschenwörterbuch ganz gut.
Wenn Sie nicht schon bezahlt haben, können Sie ihr Geld direkt der Bedienung geben, die damit an der Kasse abrechnet. Wenn Sie ein zweites oder drittes Mal vorbeischauen, wird Ihnen sicher auffallen, das einige Personen scheinbar zu ganz besonders treuen Kunden gehören. Die meist auf den Bänken sitzenden Männer passen jedoch auf, das keiner die Zeche prellt.
Lanchonettes/Juice-Bars
Sie finden sie an jeder zweiten Straßenecke, die Auswahl besteht grundsätzlich aus:
- Salgados - herzhafte Teigtaschen gefüllt mit Käse (queijo), Fleisch (carne), Hühnchen (frango) oder Shrimps (camarão)
- Doces - Torten und andere Süßigkeiten, meist extrem süß und schwer
- Vitaminas - Säfte gemixt mit Milch
- Refrigerantes - Cola, Fanta und dergleichen
- Sucos - Säfte
- Sanduiches - Sandwiches
- Burger
Immer und überall gibt es den X-tudo (ausgesprochen als Schisch-tudo), ein Cheeseburger mit allem, was dazugehört: Fleisch, Ei, Salat und natürlich Käse. Die Säfte sind frisch gepresst oder aus gefrorenem Fruchtmark gemixt (bei exotischeren Früchten meist der Fall). Sie sehen zwar gesund aus, enthalten aber - bis auf Orange oder Ananas - meist eine Unmenge an Zucker und gestoßenem Eis. Falls Sie wenig Zucker möchten, oder gar ganz ohne Zucker auskommen, müssen Sie Bescheid geben ("sem açucar"). Je nach Frucht kann dies aber auch schnell zu sauer werden. "Natural" bedeutet naturbelassen - ohne Zuckerzusatz und meist auch ohne Eis. "Sem gelo" ausdrücklich ohne Eis.
Meist wird ihnen eine Unmenge an Ketchup, Mayo und "Mostarda" in die Hand gegeben. Der "Senf" ist allerdings nicht unbedingt das, was man geschmacklich so unter Senf versteht.
Ein typisches brasilanischen Phänomen ist Açaí. Es sieht aus wie schwarzlila Apfelmus und schmeckt... naja, hier schieden sich die Geister. Sie werden es hassen oder lieben. Probieren Sie an verschiedenen Ständen, bevor Sie ihr Urteil fällen. Meist in einer Schüssel serviert, kann man Banane, Müsli und Guaraná beimischen lassen und hat so eine fast vollständige Mahlzeit.
Die Auswahl an Säften ist zum Teil riesig. Seit etwa 10 Jahren kommen immer mehr Früchte aus dem Amazonasgebiet zur Auswahl hinzu, die selbst viele Cariocas noch nie probiert haben.
Padarias
Quasi der Bäcker um die Ecke, aber gutes Brot gibt es hier leider in der Regel trotzdem nicht. Dafür eine große Auswahl an Torten, meist sehr süß und schwer. Einen Cafézinho, der mit einer Unmenge Zucker getrunken wird, ist genau dafür gemacht. Das sonstige Sortiment besteht aus allen Arten von Teigwaren und Gebäck, meist kommt eine mehr oder weniger gute Auswahl an Säften hinzu.
Straßenhändler
Cachorro Quente, einen Hot-Dog können Sie vor fast allen Veranstaltungen von fliegenden Händlern kaufen, geschmacklich sind diese zum Teil exzellent. Wenn keine Hotdogs angeboten werden, dann große Würste am Spieß mit Farofa und gegrillter Käse. Obwohl die hygenischen Bedingungen meist "suboptimal" sind, holt man sich hier nichts Schlimmeres als eine Magenverstimmung. Letztere und weit Schlimmeres sind garantiert, wenn man Shrimps am Strand kauft. Finger weg!
