Typisch brasilianische Küche

Die brasilianische Küche ist so vielfältig, wie das Land groß ist. Von mit Palmöl zubereiteten, scharfen Gerichten mit Meeresfrüchten aus Bahia zu Trockenfleisch mit Hirse aus Minas Gerais ist eine Vielzahl von Geschmacksrichtungen vertreten. Die Feira São Cristóvão - ein riesiger Jahrmarkt im gleichnamigen Stadtbezirk an Wochenend-Abenden - bietet einen guten Querschnitt der Küche aus dem Nordosten für Neugierige.

Alle Arten von Gemüse sind für deutsche Verhältnisse billig und von hoher Qualität. Dies gilt auch besonders für Fleisch, das Sie in dieser Qualität normalerweise schwer kaufen können. Man kann also nichts falschmachen, oder? Ich persönlich habe allerdings einen Verdacht: Brasilianer können nicht kochen. Ja, richtig gelesen. Nicht, das es nicht schmecken würde - ganz im Gegenteil. Aber meist fehlt das letzte kleine Detail, das etwas von "schmeckt gut" zu "wow, ist das lecker" erhebt - diese letzten fünf Prozent sind besonders an Salaten merkbar.

Das Eisbein mit Sauerkraut der Brasilianer ist Feijoada - mit dem Unteschied, das es wirklich alle fast jeden Tag essen und nicht nur Touristen. Wie Arme-Leute-Essen es an sich hat eine prima Gelegenheit, alle Reste in der Küche die aus der Fleischzubereitung so anfallen in einen großen Topf mit Bohnen zu werfen und gründlich durchzukochen. Dazu noch Reis, und fertig ist die Schwerstarbeitermahlzeit, nach der ein normaler Mensch zwei Tage nichts mehr essen kann.

Sie werden Feijoada in wechselnder Qualität (Edelfeijoda mit praktisch nur carne seca und sehr gutem Fleisch bis zur echten Resteverwertung) überall finden. Wenn Brasilianer abwechslungsreich essen, meinen sie meist, das die schwarzen Bohnen durch weiße oder braune ersetzt werden. Kein Schwerz. In Restaurants gibt es meist einen "prato comercial", dieser besteht normalerweise aus Reis, Bohnen (feijão) und Hünchen (beziehungsweise Fleisch).


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